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Patientenverf _gung - Foto Vortrag3

18. September 2009: Matthias Miersch erläutert die Patientenverfügung

Auf Einladung der SPD-Fraktion referierte der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Miersch zum Thema "Patientenverfügung" im Ev. Alten- und Pflegeheim „Rosemarie-Nieschlag-Haus“ in Lehrte. Mit einer Patientenverfügung soll dem Arzt der Wille eines Patienten vermittelt werden, der sich zur Frage seiner medizinischen Behandlung nicht mehr selbst äußern kann. Der Fraktionsvorsitzende Hans Ahrens freute sich über das rege Interesse an dieser Veranstaltung und begrüßte die mehr als 70 Besucherinnen

Miersch erläuterte die Entstehungsgeschichte des am 1.September 2009 in Kraft getretenen Gesetzes. Bereits im Jahr 2000 gab der Bundesgerichtshof aufgrund eines Einzelfalls dem Bundestag den Auftrag, einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, der allen Betroffenen, also Patienten, Ärzten und Angehörigen, Rechtssicherheit gibt. Nach langer Diskussion fiel nun in diesem Jahr die Entscheidung. Danach soll der Wille der betreffenden Person den absoluten Vorrang haben. Dieser Wille muss in schriftlicher Form vorliegen und muss nicht zwingend, kann aber von einem Notar beglaubigt sein. Das Vorhandensein einer solchen Verfügung sollte im persönlichen Umfeld des Verfassers bekannt sein. „Legen sie die Verfügung in ihren „Roten Ordner“ und informieren sie unbedingt ihre Angehörigen darüber“, so Dr. Miersch.
Eine vorausgehende ärztliche Beratung ist sehr zu empfehlen, aber ebenfalls nicht vorgeschrieben. Er empfahl auch die Patientenverfügung mit einer Betreuungsverfügung zu koppeln. „Schreiben sie genau auf, welche Person ihres Vertrauens im Ernstfall als Betreuer eingesetzt werden soll“, erläuterte der Referent. Denn nur ein vom Gericht bestellter Betreuer kann den Patientenwillen, so wie er in der Verfügung niedergeschrieben wurde, gegenüber dem behandelnden Arzt deutlich machen und vertreten. Zum Betreuer können auch nahe Angehörige bestellt werden.

Vor der Veranstaltung informierte sich Dr. Miersch in kleiner Gesprächsrunde über die aktuelle Pflegesituation im Haus. Ein Rundgang schloss sich an. Herr Reese, der Leiter der Einrichtung erläuterte die personelle Situation. Er bemängelte, dass der unmittelbare Dienst am Menschen in den Pflegeberufen zu gering bezahlt und zu wenig wertgeschätzt werde. Dennoch gebe es aufgrund einer intensiven Zusammenarbeit mit den Lehrter Schulen und der Kirche derzeit keine Schwierigkeiten Auszubildende zu finden. Aus- und Weiterbildung seien wichtige Schwerpunkte im Rosemarie-Nieschlag-Haus. So werden in der Einrichtung immerhin 15 junge Menschen im Pflegeberuf ausgebildet.

In der Region insgesamt und im Land Niedersachsen sehe die Situation leider nicht so rosig aus, so Dr. Miersch. Einige Pflegeeinrichtungen in der Region haben derzeit Probleme freie Stellen zu besetzen.

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