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Wie können sich ältere Menschen in die Gesellschaft einbringen? Wie hält man sich als Ruheständler geistig und körperlich fit? Der Rote Faden hat darüber mit Horst Selant (77) gesprochen, dem früheren Sozialdezernenten der Stadt Lehrte, der heute als Alterswart des Lehrter Sport-Vereins (LSV) aktiv ist.
Herr Selant, seit dem Sommer 1994 sind Sie Pensionär, und im gleichen Jahr wurde auch der Verkehrsverein Region Lehrte, der VRL gegründet. Sie waren einer der Mitbegründer und haben damals die Geschäftsführung übernommen. Diese Aufgabe haben Sie bis zur Mitte diesen Jahres wahrgenommen. Seit 1990 sind Sie Alterswart im LSV. Wie schafft man das alles? Horst Selant: Zunächst einmal muss man Freude an der ehrenamtlichen Arbeit haben. Und dann spielt natürlich auch die Gesundheit eine große Rolle, da kann ich mich nicht beklagen. Allerdings hat sich meine Frau damals meinen Ruhestand etwas anders vorgestellt. Ich musste sie erst von meinen neuen Aufgaben überzeugen. Aber letztlich hat sie mich bei allen Dingen doch immer tatkräftig unterstützt und tut das auch heute noch. Ist ehrenamtliches Engagement, so wie sie es vorleben, heute überhaupt noch zeitgemäß? Horst Selant: Aber natürlich ist es zeitmeäß. Es wird sogar immer wichtiger. Wir heutigen Ruheständler stehen da besonders in der Verantwortung. Wir sind viel vitaler als die Senioren vor 50 Jahren, und wir haben viel Lebenserfahrung, die wir in die gesellschaft einbringen können. Wie sieht denn der Arbeitsalltag eines Alterswartes beim LSV aus? Horst Selant: Für unsere LSV-Senioren organisiere ich Ausflüge, Fahrten und regelmäßige Treffen in der Altentagesstätte in der Goethestraße und im Tennis- und Kegelcenter. Besonders aufwendig ist natürlich die Organisation von mehrtägigen Fahrten: Da muss mit Reiseveranstaltern telefoniert und gebucht werden, Einladungen und Informationsschreiben müssen vorbereitet und gedruckt werden. Und dann verteile ich die Post auch meist selber. Wenn nötig teste ich die zu buchende Reise auch vorab mit meiner Frau, denn ich möchte ja, dass alle einen schönen Urlaub erleben und zufrieden sind. Die Seniorenarbeit in unseren Altentagesstätten, so wie sie heute existiert, haben Sie seinerzeit mit initiiert und auf den Weg gebracht. Horst Selant: Darüber bin ich heute auch noch froh und glücklich - und auch ein wenig stolz. Der Stadt Lehrte kann man nur dankbar sein, dass sie diese Einrichtungen trotz knapper Finanzen den Wohlfahrtsverbänden und Seniorengruppen zur Verfügung stellt. Auch wir als LSV-Senioren profitieren davon. Gibt es ein Rezept für einen gelungenen Ruhestand? Horst Selant: Getreu dem Motto Wer rastet, der rostet, kann ich nur sagen: Man muss aktiv bleiben. Der Kontakt mit anderen Menschen, Gespräche und Austausch sind sehr wichtig. Auch muss die Bereitschaft da sein, immer noch etwas dazu zu lernen, zum Beispiel den Umgang mit Computer und Internet. Für mich ganz besonders wichtig ist das Lesen. Was lesen Sie denn gerade? Horst Selant: Es gibt unendlich viel interessante Literatur. Im Moment lese ich das Buch von Daniel Kehlmann. Es heißt Die Vermessung der Welt. - zurück -

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