SPD kritisiert Missachtung der Eltern durch die CDU

 

Die Festlegung der CDU zum jetzigen Zeitpunkt gegen eine Integrierte Gesamtschule (IGS) wird von der SPD in Lehrte als Missachtung der Elternschaft kritisiert. Denn der Entscheidung über die Errichtung einer IGS muss nach den Vorgaben des Schulgesetzes insbesondere das Interesse der Elternschaft zu Grunde gelegt werden. Und das soll nach dem Willen der SPD in Lehrte jetzt erst erfragt werden, bevor eine endgültige Entscheidung fällt. Wie kann die CDU da jetzt behaupten, dass die gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllt werden? Das zeugt vom Versuch der Verunsicherung und getrübter Sachkenntnis.

„Die Befragung der Eltern aller Grundschulkinder in Lehrte wird uns Klarheit verschaffen, ob ein Bedürfnis für eine IGS in Lehrte besteht. Und der Elternwille zählt für uns.“, sagte der neue Ortsvereinsvorsitzende der SPD in Lehrte, Dr. Bodo Wiechmann, zu dem Vorstoß der CDU, die sich jetzt und damit vor der Elternbefragung gegen eine IGS ausgesprochen hatte.
Mit der Mehrheit von SPD und Bündnis 90/Die GRÜNEN hatte der Rat der Stadt Lehrte in seiner Sitzung am 24. September beschlossen, die Eltern aller Grundschulkinder in allen Lehrter Ortsteilen zu befragen, ob sie ihre Kinder im Anschluss an die Grundschule zu einer Schule des gegliederten Schulsystems (Hauptschule, Realschule oder Gymnasium) oder lieber auf eine IGS schicken wollen. Diese Befragung wurde mit dem Versand der Fragebögen gerade eingeleitet und soll am 6. November abgeschlossen werden. Bis dahin haben alle Eltern der über 1.700 Grundschulkinder die Gelegenheit, sich auf Informationsveranstaltungen unmittelbar nach den Herbstferien, zu denen sie eingeladen wurden, aus erster Hand zu informieren.
Die Lehrter SPD wirbt dafür, dass alle Eltern der Grundschulkinder den Fragebogen ausfüllen und zurückgeben. Denn auf die Ergebnisse dieser Befragung wird der Rat der Stadt Lehrte seine Entscheidung stützen. „Und wenn sich ein großes Elterninteresse ergibt, wird man dort dann am Abstimmungsverhalten der CDU sehen, was der Elternwille für sie wirklich zählt. Und ob sich auch die Ratsfraktion der CDU gegen die Eltern oder gegen den eigenen Stadtverband stellt.“, meint der Fraktionsvorsitzende der SPD im Lehrter Stadtrat, Hans Ahrens, zum Vorpreschen des Stadtverbandes der CDU in Lehrte.
Dass die CDU in Lehrte sich jetzt und damit vor der Elternbefragung gegen eine IGS ausspricht, bedauert die SPD und hält die Ablehnung für parteipolitisch und ideologisch begründet. „Die Landes-CDU hat durch die hohen Hürden im Schulgesetz eigentlich ein Gesamtschulverhinderungsgesetz beschlossen. Wenn nun hier vor Ort die CDU sich auch noch vor der Elternbefragung gegen eine IGS ausspricht, dann hat sie wohl die Sorge, dass die Hürden noch nicht hoch genug sind.“, so Hans Ahrens.
Ahrens und Wiechmann sind sicher, dass auch die künftigen Schülerzahlen ein vielfältiges Schulangebot in Lehrte zulassen. Das gegliederte Schulwesen wird in Lehrte auch neben einer IGS vollständig erhalten. Es besteht nach ihrer Überzeugung überhaupt kein Anlass zu der Sorge, dass in Lehrte eine Schulform wegen der IGS nicht mehr erhalten bliebe. „Wenn die CDU solche Sorgen jetzt schürt, dann liegt das wohl an deren Furcht vor einer großen Zustimmung zu einer IGS durch die Eltern.“, so Wiechmann. Die auf die gesetzlichen Vorgaben bezogenen Äußerungen der CDU entbehren jeder Grundlage.
Durch vorausschauende Schulpolitik und verantwortungsvollen Umgang mit den Finanzen ist die Stadt Lehrte so aufgestellt, dass wir eine IGS schultern können. Es ist eine Herausforderung. Aber es ist machbar!“, sagte Hans Ahrens zu der Behauptung, für eine IGS gebe es keine finanzielle Basis.
„Investitionen in Bildung sind und bleiben ein Schwerpunkt der SPD in Lehrte. Denn sie sind Investitionen in die Zukunft unserer Kinder und damit unserer aller Zukunft.“ ergänzte Bodo Wiechmann. 'Schließlich ist es mit der Robert-Bosch-Schule in Hildesheim eine Gesamtschule, die 2007 als beste Schule in Deutschland ausgezeichnet wurde. Auch deshalb werden wir die Gründung von Gesamtschulen auf Antrag der Schulträger als Angebot ermöglichen, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt werden , verweist er auf ein Zitat aus der Regierungs-erklärung der von der CDU getragenen Landesregierung und empfiehlt es der Lehrter CDU zur Lektüre. Zu den Voraussetzungen gehört ganz maßgeblich das Interesse der Eltern. Und deshalb soll vor allem dieses Interesse der Entscheidung über eine IGS auch in Lehrte zu Grunde gelegt werden und nicht die Ideologie der CDU.
Unisono verbitten sich die beiden schließlich die Kritik der Burgdorfer und der Uetzer CDU. „Die sollten ihre eigenen Hausaufgaben erledigen, bevor sie sich in eine in Lehrte und vor allem für die Lehrter Schülerinnen und Schüler zu treffende Entscheidung einmischen, an der ihnen als Parteigliederung anderer Orte keine Mitwirkung zusteht.“, so der Fraktionsvorsitzende und der Ortsvereinsvorsitzende abschließend.

gez. Dr. Bodo WIECHMANN, Vorsitzender SPD Ortsverein Lehrte, Tel 05132 1670

gez. Hans AHRENS, Vorsitzender SPD Stadtratsfraktion, Tel. 05132 8219266

 

 


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